Brutalität gegen Alte: Gericht bestätigt harte Strafen

Aus Habgier ging ein rumänisches Paar in der Region Basel mit äusserster Brutalität gegen betagte Menschen vor. Heute bestätigte das Basler Appellationsgericht die harten Strafen der Vorinstanz.
Basel, 19. Mai 2015

Versuchten Mord, qualifizierten Raub, bandenmässigen Diebstahl, mehrfache Sachbeschädigung und mehrfachen Hausfriedensbruch hatte ein Paar aus Rumänien in der Region Basel im Frühling 2013 begangen. Das Strafgericht hatte den Mann zu 16 Jahren und die Frau zu 11 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Das Appellationsgericht bestätigte dieses Urteil vollumfänglich.

Der heute 47-Jährige und die heute 36-Jährige – damals ein privates Paar – hatten zusammen meist älteren und wehrlosen Personen aufgelauert und sich unter einem Vorwand Zutritt in ihre Wohnungen verschafft. Dabei wandte das brutale Pärchen viel rohe Gewalt an, um an die Goldketten der Opfer oder andere Wertgegenstände zu gelangen.

83-jährige Frau niedergestreckt

In einem gravierenden Fall folgten die Beiden dem Opfer, wobei der Mann die wehrlose 83-jährige Dame in deren Wohnung "mit einem Ellbogenschlag" (so der Täter) oder "mit mehreren Schlägen" (so die Anklage) niederstreckte, so dass sie bewusstlos am Boden liegen blieb. Danach wurde die Betagte gefesselt, geknebelt und in ihrem Blut liegen gelassen.

Vor den Schranken des Gerichtes gingen die Meinungen zum Tathergang auseinander. Die Frau sagte aus, dass sie nicht gesehen habe, was der Mann gemacht habe. Zudem habe es sich nur um einen Blutflecken, nicht um eine Lache gehandelt hatte. Das Opfer habe schlafend gewirkt. "Warum muss man eine schlafende Person fesseln?", fragte Gerichtspräsident Christian Hoenen (SP), worauf er keine klare Antwort erhielt.

"Der andere hat mehr Schuld"

Die beiden sassen während des gesamten Prozesses ruhig auf ihrer Bank. Sie hob anfangs ihren Füsse auf und ab, später drehte sie einen Fuss, soweit es die Fesseln zuliessen, im Kreis, als ob sie ein Loch in den Teppich bohren wollte. Er schaute immer mit einem leeren Blick auf den Boden oder zum Gerichtspräsidenten. Gegenseitig blickten sie sich aber nie an.

Auch die Verteidiger versuchten in ihren Plädoyers den jeweils anderen etwas stärker für die Taten verantwortlich zu machen. So erklärte Alain Joset, der Anwalt des Mannes, dass die Frau eine "fragwürdige Verteidigungsstrategie" aufgebaut habe. Zudem sei sie nicht das "willenlose Werkzeug" gewesen als das sie erscheine. Ihr Advokat, Philippe Häner, widersprach: "Sie ist nicht für die lebensgefährlichen Verletzungen verantwortlich."

Nutzloses Entschuldigungsschreiben

Der Angeschuldigte verfasste zum Beweis für seine Reue ein Entschuldigungsschreiben an das Opfer. "Aber Frau A. kann es nicht lesen, nicht mehr", warf Hoenen ein. Denn die betagte Frau kann aufgrund des Überfalls auch nicht mehr alleine essen – sie sei ein absoluter Pflegefall geworden, berichtete Hoenen und fügte an: "So wollen Sie nicht leben." Die Frau vergrub bei diesen Worten den Kopf in ihren Händen, der Mann blickte weiter ins Leere.

Kurz zuvor hat Hoenen der Täterin ein Foto hingehalten, das die Überfallene kurz nach der ersten Not-Operation zeigte. Die Frau wandte sich sofort ab und erklärte, dass sie das nicht sehen könne. "Es tut mir weh."

Hier hakte Staatsanwalt Stephan Kindler nach und fragte, was für Schuldgefühle sie gegenüber den Opfern habe. Nach einer kurzen Pause meinte die Angeschuldigte, dass sie das Klebeband dem Opfer A. nicht voll auf den Mund geklebt habe, so dass sie noch atmen könne und auch Erbrochenes den Weg nach draussen finden würde. Hoenen reagierte trocken auf diese Antwort: "Haben Sie ernsthaft geglaubt, Frau A. sei nicht schwer verletzt?" – "Wir haben sie nicht so hinterlassen." – "Woher kommen dann die Verletzungen?" Schweigen.
 
Skrupellos, gefühlslos, empathielos
 
"Das Leben von Frau A. ist zerstört. Ihr ist alles genommen worden, was das Leben ausmacht“, begründete Hoenen, weshalb das höchste kantonale Gericht keinen Schritt zurück machte. Das Urteil des Strafgerichts bleibt bestehen. In seiner Urteilsbegründung sprach der Gerichtspräsident Klartext. Er warf dem Mann vor, ein "Berufsverbrecher" und ein "völlig skrupelloser, gefühlsloser und empathieloser Mensch" zu sein. Das Gericht nahm auch seinen Entschuldigungsbrief nicht ernst, da er nur "taktisch" geschrieben und vom Anwalt dem Gericht eingereicht worden sei.
 
Die Frau habe alle Taten mitbegangen, sagte der Gerichtspräsident. Sie habe um die Gewalttätigkeiten des Mannes gewusst, da sie auch schon sein Opfer war und Schläge einstecken musste. Die Beiden sind heute kein Paar mehr. Das Urteil nahmen sie ohne grosse Gefühlsregung entgegen. Ob sie nochmals in Berufung gehen und das Bundesgericht anrufen, konnte Verteidiger Joset kurz nach Prozess-Ende gegenüber OnlineReports noch nicht sagen.



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RückSpiegel

 

Die Basler Zeitung bezieht
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Die Volksstimme greift den Artikel von OnlineReports über den Vorstoss im Nationalrat zur Uni-Finanzierung auf.

Die bz nimmt den OnlineReports-Beitrag zum verstorbenen Astrophysiker Maurizio Falanga auf.

Prime News zitiert in einem Interview mit dem neuen Baselbieter SP-Fraktionschef Adil Koller OnlineReports.

persoenlich.com zitiert aus der OnlineReports-Meldung über den Abgang der stellvertretenden Regionaljournal-Basel-Leiterin Marlène Sandrin.

Prime News nimmt in einem Artikel über die Krise in der Mitte Baselland Bezug auf OnlineReports.

Die bz verweist in einem Artikel über Klima-Massnahmen auf OnlineReports.

BaZ und Baseljetzt erzählen die OnlineReports-Recherche über FDP-Politiker Ferdinand Pulver nach, der nach seiner Wahl zum Gemeindepräsidenten die IV-Rente verloren hat.

Die Volksstimme nimmt die OnlineReports-News zur Amokdrohung in der Primarschule Sissach auf.

Die bz zitiert in einem Artikel zum Kutschen-Museum in Riehen OnlineReports.

Die BaZ nimmt in einem Beitrag zu den Perrondächern in Liestal Bezug auf OnlineReports. 

Bajour bezieht sich in einem Porträt von Balz Herter auf OnlineReports.

BaZ, bz und Happy Radio zitieren die OnlineReports-Recherche über den krankheitsbedingten Ausfall des Baselbieter Mitte-Präsidenten.

Die bz zieht die OnlineReports-Recherche über die finanziellen Probleme der Mitte Baselland nach.

Das SRF-Regionaljournal Basel und die bz greifen die OnlineReports-Recherche zum Helene-Bossert-Buch auf.

BaZ, bz und Baseljetzt nehmen den OnlineReports-Artikel über den Rückzug von Pick-e-Bike aus dem Laufental auf.

Die BaZ zitiert in einer grossen Hintergrund-Geschichte zur Basler GLP aus einem Artikel von OnlineReports.

bz, BaZ und Volksstimme beziehen sich in ihren Artikeln zum Jakobushaus in Thürnen auf die Recherche von OnlineReports.

Die BaZ nimmt in einem Artikel über die Wirtschaftskammer Bezug auf ein Porträt aus dem OnlineReports-Archiv.

Die Volksstimme zitiert die OnlineReports-Recherche zum neuen Konzessionsvertrag der Elektra Baselland.

Bajour bezieht sich im Wochenkommentar auf die OnlineReports-Analyse zu den Basler Grünen.

Die bz zitiert die OnlineReports-Recherche zu den geplanten Beschwerden gegen die Salz-Sondierbohrungen im Röserental.

Die BaZ bezieht sich in einer Meldung über den neuen Geschäftsführer der Aids-Hilfe beider Basel auf eine Recherche von OnlineReports.

BaZ, bz, Baseljetzt und Happy Radio nehmen die Recherche von OnlineReports über den Abgang des Finanzchefs Tim Kretschmer beim Kunstmuseum Basel auf.

Die BaZ bezieht sich in einem Artikel zur Abstimmung über das Baselbieter Gesundheitsgesetz auf eine Recherche von OnlineReports zum Mangel an Kinderärzten im Oberbaselbiet.

Die BaZ zitiert die OnlineReports-Meldung über die Nachfolgelösung beim BackwarenOutlet.

Telebasel bezieht sich in einem Beitrag über Ticket-Betrüger beim Källerstraich auf ein Bild von OnlineReports.

persoenlich.com nimmt die Meldung von OnlineReports über den Wechsel des BaZ-Journalisten Sebastian Briellmann zur NZZ auf.

persoenlich.com bezieht sich auf die OnlineReports-Meldung über den Stellenantritt von Martin Regenass bei Prime News.

Weitere RückSpiegel






In einem Satz


Rebekka Hatzung,
Direktorin des St. Claraspitals, ist turnusgemäss von der Mitgliederversammlung
zur neuen Präsidentin
der Basler 
Privatspitäler-Vereinigung
gewählt worden. 

Die frühere Sprecherin des EuroAirports Vivienne Gaskell ist neue Präsidentin des Kulturvereins Elsass-Freunde Basel.

Kulturanthropologe Friedrich von Bose tritt am
1. November 2025 die Nachfolge von Anna Schmid als neuer Direktor des Museums der Kulturen Basel an.

Die 56-jährige Baslerin
Elena Guarnaccia wird per
1. April 2025 neue CEO von Kinderkrebs Schweiz mit Sitz in Basel.

Cemi Thoma wird ab
dem 1. August 2025 neuer Stadtverwalter von Liestal.

Der Verwaltungsrat der EBL hat Markus A. Meier per 1. April 2025 zum Mitglied der Geschäftsleitung und zum Leiter des neuen Verantwortungsbereichs Strategy, Assurance und Group IT ernannt.

Tanja Bugmann ist neue Geschäftsführerin der Basler Traditions-Confiserie Beschle.

Die Basellandschaftliche Pensionskasse erweitert die Geschäftsleitung: Manuel Flückiger führt künftig den neu geschaffenen Bereich "Digitalisierung und Innovation".

Stefan Nellen wird neuer Staatsarchivar von
Basel-Stadt
und damit Nachfolger von Esther Baur, die in Pension geht.

Der Verwaltungsrat des EuroAirport hat Renaud Paubelle zum neuen stellvertretenden Direktor ernannt.

Der Bankrat der Basler Kantonalbank hat den 54-jährigen Christoph Auchli, CFO des Konzerns und Mitglied der Geschäfts- und Konzernleitung, zum stellvertretenden CEO und stellvertretenden Vorsitzenden der Konzernleitung ernannt. 

Der 27-jährige Lukas Loss, ausgebildeter Pianist und Gründer des Interfinity-Musikfestivals in Basel, gewinnt den Jugendpreis des Sperber-Kollegiums 2025.

Das Comité gibt die Plakette und das Motto der Basler Fasnacht 2025 bekannt: "Syg wie de wottsch".

Das "Amt für Wald beider Basel" heisst neu "Amt für Wald und Wild beider Basel".

Die Baselbieter Regierung hat den Verein "Repair Café Binningen-Bottmingen" mit dem mit 8000 Franken dotierten Freiwilligenpreis 2024 ausgezeichnet.

Der Basler Stern 2024 geht
an den "Floss"-Kapitän
Tino Krattiger für seine Pionierarbeit im Bereich Kultur und Stadtleben sowie für sein Engagement für die Aufwertung der Rheingasse. 

Das Drum'n'Bass-Produzentenduo QZB gewinnt den Basler Pop-Preis 2024 und erhält die mit
20'000 Franken dotierte Förderung und Auszeichnung des Musikbüro Basel.

Basel-Stadt
braucht einen neuen IT-Chef: Der jetzige Dienststellen-Leiter Mario Magnanelli verlässt den Posten per Ende Mai 2025.

Die Jungen Grünliberalen beider Basel haben Timon Bischofberger neben Eileen Fischer ins Co-Präsidium gewählt.

Die Architektin und Stadtentwicklerin Barbara Buser erhält den Basler Kulturpreis 2024.

SRF-Literaturredaktor und Drummeli-Regisseur Michael Luisier ist neu Mitglied des Schnitzelbank-Comités.

Der frühere Diplomat Paul Seger übernimmt das Präsidium der Winterhilfe Basel-Stadt von Marianne Eggenberger.

Grünen-Politikerin Natalie Oberholzer aus Liestal rückt für Erika Eichenberger in den Landrat nach.

Beatrice Stirnimann, CEO der Baloise Session, wird zur "Ehrespalebärglemere 2024" ernannt.

Eventmanager Beat Läuchli wird Projektleiter des Eurovision Song Contest (ESC) 2025 in Basel.

Michael N. Hall vom Biozentrum der Universität Basel erhält den Balzan-Preis 2024 für seine Forschung zu den biologischen Mechanismen des Alterns.

Der 27-jährige Journalist Maximilian Fankhauser übernimmt im Oktober die Leitung von Baseljetzt, der Online-Newsplattform von Telebasel; die jetzige Stelleninhaberin Lea Meister wechselt zu Prime News.

Manuela Witzig, bisherige Leiterin der deutschsprachigen Unternehmenskommunikation, übernimmt per 9. September 2024 von Direktor Matthias Suhr die Leitung der Kommunikation und Public Affairs beim EuroAirport.

Evelyn Borer,
Synodenpräsidentin der Evangelischen Kirche Schweiz, ist neue Präsidentin des Vorstands von Mission 21.

Markus Habegger übernimmt am 2. August die Leitung des Tageshauses für Obdachlose in Basel als Nachfolger von
Paul Rubin.

Der Basler Rechtsanwalt und Baurechtsexperte Daniel Gebhardt wird neuer Verwaltungsratspräsident der Rhystadt AG, der grössten Eigentümerin auf dem Klybeck-Areal. 

Die Baselbieter Grünen-Landrätin Erika Eichenberger tritt im September zurück, Natalie Oberholzer rückt nach.

Ass. Prof. Dr. Prisca Liberali wird für ihre Forschung auf dem Gebiet der Gewebebildung mit dem Wissenschaftspreis der Stadt Basel ausgezeichnet.

Sarah Mehler folgt am
1. Oktober als neue Geschäftsführerin der Kaserne Basel auf Eva Heller.

Markus Jordi,
langjähriges Mitglied der SBB-Konzernleitung, übernimmt am 1. Januar 2025 den Vorsitz des Fachhochschulrats der Fachhochschule Nordwestschweiz.

Karoline Sutter und Urs Berger treten nach über zehn Jahren per 31. März 2025 aus dem Bankrat der Basler Kantonalbank zurück, die Vakanzen werden demnächst ausgeschrieben.