© Foto by Collection Chancellerie des Universités de Paris, Bibliothèque littéraire Jacques Doucet


Vor hundert Jahren infizierte und inspirierte Dada Europa

Was Dada ist und wollte, hat noch niemand genau sagen können. Aber seine Auswirkungen auf die Kunst des 20. Jahrhunderts sind unübersehbar und seine Lebendigkeit ist so ungebrochen wie eh und je. Es gab verschiedene Phasen der Rezeption, aber jetzt ist der Augenblick zum Erinnern und Feiern gekommen. Ein Rückblick und Versuch einer Einordnung.
Zürich, 5. Februar 2016

Heute vor 100 Jahren, am 5. Februar 1916, war der Tag, an dem die Welt mit Dada angesteckt wurde. In Zürich stand ein Mann auf der Bühne, der eigene und fremde Verse rezitierte. Es war der deutsche Immigrant und Schriftsteller Hugo Ball, der begleitet war von Emmy Hennings, seiner Frau, die Chansons vortrug, dem rumänischen Immigranten Tristan Tzara mit dem Monokel und anderen. An den Wänden hingen Werke von Hans Arp sowie von Marcel Janco, der die Situation wiedergegeben hat. Das Gemälde ist verschollen, aber von Reproduktionen her bekannt. Die Geburtsstunde von Dada war gekommen.

Die Gruppe um Ball hatte an der Spiegelgasse 1 im ersten Stock ein Lokal gemietet, es Cabaret Voltaire genannt und zu einem Literatentreffpunkt eingerichtet. Lesungen wurden veranstaltet, Vorträge gehalten, Manifeste aufgesetzt, Ausstellungen durchgeführt, Musik gemacht.

Was Dada war und wollte, hat bis heute noch kein Mensch genau sagen können. Jede Definition widerspricht einer anderen, keine ergibt einen Sinn. Ein solcher war auch gar nicht beabsichtigt.

Verständlich vor dem Hintergrund des Kriegs

Ein grauenvoller Krieg wütete in Europa. Dada war eine Mischung aus Anarchie, Klamauk, Sprachwitz, Bürgerschreck: ein Aufruhr gegen alles Nützliche und Brauchbare, gegen die Sinnlosigkeit der Zeit, gegen falsche Kunst, falsche bürgerliche Werte, falsche Moral. Anders als mit einem Gegengift war den Verhältnissen nicht beizukommen.

Mit antikünstlerischen Mitteln wollte Dada Symbolismus und Expressionismus überwinden und die Kunst sezieren, um sie zu befreien. Wenn man will, kann man in Dada eine Dekonstruktion avant la lettre sehen. Keine Metaphysik also, aber was da war, materiell oder im Moment seiner Produktion, das sollte Geltung haben.

Im Cabaret folgten regelmässig Soiréen. Am 23. Juni 1916 trat Ball in einer kubistischen Kleidung aus Karton auf und trug Laut- und Lallgedichte vor, die zu heftigen Protesten führten. Er verzichtete bewusst auf die Sprache, um sich in die "tiefste Alchemie des Wortes" einzudringen.

Nur ein halbes Jahr später verliess er den Kreis. Dafür schlossen sich andere Mitglieder an. Zeitweise verkehrte der Schweizer Schriftsteller Friedrich Glauser unter ihnen.

Weiterleben im Surrealismus

Die Bewegung lebte nicht lange, hat aber ein halbes Jahrhundert lang der Kunst entscheidende Impulse vermittelt. 1919 reiste Tzara, der Manifestverfasser der Gruppe mit dem Monokel im Auge, mit der Dada-Idee nach Paris, wo André Breton, Louis Aragon, Francis Picabia und andere sie aufnahmen und in den Surrealismus transformierten.

Als Dadaist im Geist der ersten Stunde kann auch Marcel Duchamp angesehen werden, dessen Ready-mades, Objekte, die er aus dem Alltagskontext herauslöste und zu Kunstwerken deklarierte wie den berühmten "Fountain" (Brunnen), eine umgekippte Urinschüssel, den Geist von Dada widerspiegeln. Auch die Cut-up-Methode von William Burroughs hat der immer anregende Tzara vorweggenommen.

Nach hundert Jahren vollendet

Hundert Jahre Dada also. Ein reichlicher Grund zum Erinnern und Feiern, und dabei haben wir noch lange nicht alle genannt, die unter dem Banner von Dada zu dessen Verbreitung ebenfalls beigetragen haben

1920 wollte Tristan Tzara unter dem Titel „Dadaglobe“ eine Anthologie mit Beiträgen zu Dada herausgeben. Als er seine alten Weggefährten um Mithilfe anfragte, schickten ihm fast alle einen Beitrag: eine Zeichnung, Collage, Fotografie, ein Gedicht. Die Publikation kam nicht zustand, aber das Kunsthaus Zürich hat jetzt eine Rekonstruktion unternommen. 160 Zeugnisse konnten aufgespürt und in einer Ausstellung versammelt werden, der Katalog dokumentiert sogar 200.

Zugleich hat das Kunsthaus seine Sammlung von Dada-Nachweisen, eine der weltweit umfangreichsten, digitalisiert. Auf seiner Homepage soll sie nach und nach für die öffentlichkeit zugänglich gemacht werden (mit Erklärungen und Abbildungen, siehe www.kunsthaus.ch/dadadig/de/).

Überall ist Dada

Das Cabaret Voltaire veranstaltet in seinem alten, mehrmals umgebauten Stammlokal mit Café und Shop ein laufendes Programm mit Lesungen, Diskussionen und Performances.

Auch das Landesmuseum ist auf den Dada-Zug aufgesprungen, ebenso die SRG. Die Zürcher Juni-Festwochen werden das Thema aufgreifen. Der Wallstein Verlag gibt Hugo Balls Werk heraus, der Manesse Verlag einen Dada-Almanach mit Textbildern, Lautgedichten und Manifesten, das Literaturhaus Basel veranstaltet am 10. Februar einen Dada-Abend zu Hugo Ball und Emmy Hennings.

Was noch? Dem Rapporteur beginn der Kopf zu schwirren. Dada ist alles, Dada ist überall, Dada ist da da da.



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RückSpiegel

 

Die Basler Zeitung bezieht
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Die Volksstimme greift den Artikel von OnlineReports über den Vorstoss im Nationalrat zur Uni-Finanzierung auf.

Die bz nimmt den OnlineReports-Beitrag zum verstorbenen Astrophysiker Maurizio Falanga auf.

Prime News zitiert in einem Interview mit dem neuen Baselbieter SP-Fraktionschef Adil Koller OnlineReports.

persoenlich.com zitiert aus der OnlineReports-Meldung über den Abgang der stellvertretenden Regionaljournal-Basel-Leiterin Marlène Sandrin.

Prime News nimmt in einem Artikel über die Krise in der Mitte Baselland Bezug auf OnlineReports.

Die bz verweist in einem Artikel über Klima-Massnahmen auf OnlineReports.

BaZ und Baseljetzt erzählen die OnlineReports-Recherche über FDP-Politiker Ferdinand Pulver nach, der nach seiner Wahl zum Gemeindepräsidenten die IV-Rente verloren hat.

Die Volksstimme nimmt die OnlineReports-News zur Amokdrohung in der Primarschule Sissach auf.

Die bz zitiert in einem Artikel zum Kutschen-Museum in Riehen OnlineReports.

Die BaZ nimmt in einem Beitrag zu den Perrondächern in Liestal Bezug auf OnlineReports. 

Bajour bezieht sich in einem Porträt von Balz Herter auf OnlineReports.

BaZ, bz und Happy Radio zitieren die OnlineReports-Recherche über den krankheitsbedingten Ausfall des Baselbieter Mitte-Präsidenten.

Die bz zieht die OnlineReports-Recherche über die finanziellen Probleme der Mitte Baselland nach.

Das SRF-Regionaljournal Basel und die bz greifen die OnlineReports-Recherche zum Helene-Bossert-Buch auf.

BaZ, bz und Baseljetzt nehmen den OnlineReports-Artikel über den Rückzug von Pick-e-Bike aus dem Laufental auf.

Die BaZ zitiert in einer grossen Hintergrund-Geschichte zur Basler GLP aus einem Artikel von OnlineReports.

bz, BaZ und Volksstimme beziehen sich in ihren Artikeln zum Jakobushaus in Thürnen auf die Recherche von OnlineReports.

Die BaZ nimmt in einem Artikel über die Wirtschaftskammer Bezug auf ein Porträt aus dem OnlineReports-Archiv.

Die Volksstimme zitiert die OnlineReports-Recherche zum neuen Konzessionsvertrag der Elektra Baselland.

Bajour bezieht sich im Wochenkommentar auf die OnlineReports-Analyse zu den Basler Grünen.

Die bz zitiert die OnlineReports-Recherche zu den geplanten Beschwerden gegen die Salz-Sondierbohrungen im Röserental.

Die BaZ bezieht sich in einer Meldung über den neuen Geschäftsführer der Aids-Hilfe beider Basel auf eine Recherche von OnlineReports.

BaZ, bz, Baseljetzt und Happy Radio nehmen die Recherche von OnlineReports über den Abgang des Finanzchefs Tim Kretschmer beim Kunstmuseum Basel auf.

Die BaZ bezieht sich in einem Artikel zur Abstimmung über das Baselbieter Gesundheitsgesetz auf eine Recherche von OnlineReports zum Mangel an Kinderärzten im Oberbaselbiet.

Die BaZ zitiert die OnlineReports-Meldung über die Nachfolgelösung beim BackwarenOutlet.

Telebasel bezieht sich in einem Beitrag über Ticket-Betrüger beim Källerstraich auf ein Bild von OnlineReports.

persoenlich.com nimmt die Meldung von OnlineReports über den Wechsel des BaZ-Journalisten Sebastian Briellmann zur NZZ auf.

persoenlich.com bezieht sich auf die OnlineReports-Meldung über den Stellenantritt von Martin Regenass bei Prime News.

Weitere RückSpiegel






In einem Satz


Rebekka Hatzung,
Direktorin des St. Claraspitals, ist turnusgemäss von der Mitgliederversammlung
zur neuen Präsidentin
der Basler 
Privatspitäler-Vereinigung
gewählt worden. 

Die frühere Sprecherin des EuroAirports Vivienne Gaskell ist neue Präsidentin des Kulturvereins Elsass-Freunde Basel.

Kulturanthropologe Friedrich von Bose tritt am
1. November 2025 die Nachfolge von Anna Schmid als neuer Direktor des Museums der Kulturen Basel an.

Die 56-jährige Baslerin
Elena Guarnaccia wird per
1. April 2025 neue CEO von Kinderkrebs Schweiz mit Sitz in Basel.

Cemi Thoma wird ab
dem 1. August 2025 neuer Stadtverwalter von Liestal.

Der Verwaltungsrat der EBL hat Markus A. Meier per 1. April 2025 zum Mitglied der Geschäftsleitung und zum Leiter des neuen Verantwortungsbereichs Strategy, Assurance und Group IT ernannt.

Tanja Bugmann ist neue Geschäftsführerin der Basler Traditions-Confiserie Beschle.

Die Basellandschaftliche Pensionskasse erweitert die Geschäftsleitung: Manuel Flückiger führt künftig den neu geschaffenen Bereich "Digitalisierung und Innovation".

Stefan Nellen wird neuer Staatsarchivar von
Basel-Stadt
und damit Nachfolger von Esther Baur, die in Pension geht.

Der Verwaltungsrat des EuroAirport hat Renaud Paubelle zum neuen stellvertretenden Direktor ernannt.

Der Bankrat der Basler Kantonalbank hat den 54-jährigen Christoph Auchli, CFO des Konzerns und Mitglied der Geschäfts- und Konzernleitung, zum stellvertretenden CEO und stellvertretenden Vorsitzenden der Konzernleitung ernannt. 

Der 27-jährige Lukas Loss, ausgebildeter Pianist und Gründer des Interfinity-Musikfestivals in Basel, gewinnt den Jugendpreis des Sperber-Kollegiums 2025.

Das Comité gibt die Plakette und das Motto der Basler Fasnacht 2025 bekannt: "Syg wie de wottsch".

Das "Amt für Wald beider Basel" heisst neu "Amt für Wald und Wild beider Basel".

Die Baselbieter Regierung hat den Verein "Repair Café Binningen-Bottmingen" mit dem mit 8000 Franken dotierten Freiwilligenpreis 2024 ausgezeichnet.

Der Basler Stern 2024 geht
an den "Floss"-Kapitän
Tino Krattiger für seine Pionierarbeit im Bereich Kultur und Stadtleben sowie für sein Engagement für die Aufwertung der Rheingasse. 

Das Drum'n'Bass-Produzentenduo QZB gewinnt den Basler Pop-Preis 2024 und erhält die mit
20'000 Franken dotierte Förderung und Auszeichnung des Musikbüro Basel.

Basel-Stadt
braucht einen neuen IT-Chef: Der jetzige Dienststellen-Leiter Mario Magnanelli verlässt den Posten per Ende Mai 2025.

Die Jungen Grünliberalen beider Basel haben Timon Bischofberger neben Eileen Fischer ins Co-Präsidium gewählt.

Die Architektin und Stadtentwicklerin Barbara Buser erhält den Basler Kulturpreis 2024.

SRF-Literaturredaktor und Drummeli-Regisseur Michael Luisier ist neu Mitglied des Schnitzelbank-Comités.

Der frühere Diplomat Paul Seger übernimmt das Präsidium der Winterhilfe Basel-Stadt von Marianne Eggenberger.

Grünen-Politikerin Natalie Oberholzer aus Liestal rückt für Erika Eichenberger in den Landrat nach.

Beatrice Stirnimann, CEO der Baloise Session, wird zur "Ehrespalebärglemere 2024" ernannt.

Eventmanager Beat Läuchli wird Projektleiter des Eurovision Song Contest (ESC) 2025 in Basel.

Michael N. Hall vom Biozentrum der Universität Basel erhält den Balzan-Preis 2024 für seine Forschung zu den biologischen Mechanismen des Alterns.

Der 27-jährige Journalist Maximilian Fankhauser übernimmt im Oktober die Leitung von Baseljetzt, der Online-Newsplattform von Telebasel; die jetzige Stelleninhaberin Lea Meister wechselt zu Prime News.

Manuela Witzig, bisherige Leiterin der deutschsprachigen Unternehmenskommunikation, übernimmt per 9. September 2024 von Direktor Matthias Suhr die Leitung der Kommunikation und Public Affairs beim EuroAirport.

Evelyn Borer,
Synodenpräsidentin der Evangelischen Kirche Schweiz, ist neue Präsidentin des Vorstands von Mission 21.

Markus Habegger übernimmt am 2. August die Leitung des Tageshauses für Obdachlose in Basel als Nachfolger von
Paul Rubin.

Der Basler Rechtsanwalt und Baurechtsexperte Daniel Gebhardt wird neuer Verwaltungsratspräsident der Rhystadt AG, der grössten Eigentümerin auf dem Klybeck-Areal. 

Die Baselbieter Grünen-Landrätin Erika Eichenberger tritt im September zurück, Natalie Oberholzer rückt nach.

Ass. Prof. Dr. Prisca Liberali wird für ihre Forschung auf dem Gebiet der Gewebebildung mit dem Wissenschaftspreis der Stadt Basel ausgezeichnet.

Sarah Mehler folgt am
1. Oktober als neue Geschäftsführerin der Kaserne Basel auf Eva Heller.

Markus Jordi,
langjähriges Mitglied der SBB-Konzernleitung, übernimmt am 1. Januar 2025 den Vorsitz des Fachhochschulrats der Fachhochschule Nordwestschweiz.

Karoline Sutter und Urs Berger treten nach über zehn Jahren per 31. März 2025 aus dem Bankrat der Basler Kantonalbank zurück, die Vakanzen werden demnächst ausgeschrieben.